Atem

Atmen versorgt uns mit unserer wichtigsten Energie: Sauerstoff. Während wir länger als eine Woche Fasten und stundenlang ohne Wasser leben können, nimmt unser Gehirn bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff Schaden.

Unser Atem ist untrennbar mit unserer Haltung und sämtlichen Bewegungen verbunden. Mit jedem Atemzug atmen Sie ca. 1,5 Liter Luft ein – das entspricht der Größe und Konsistenz eines mittelgroßen Luftballons oder eine Großpackung Milch. Diese „Atemsäule“ kann unsere Bewegungen stabilisieren – oder behindern.

– Atmen ist mühelos

Neben den CO2 – Rezeptoren in unserem Blut, die die Einatmung über eine Anspannung des Zwerchfells reflektorisch regeln, spielt insbesondere die Eigenelastizität der Lunge eine Rolle: Sie zieht sich – wie ein Luftballon – ohne Anstrengung zusammen (dazu ist so wenig Aktivität nötig, dass Sie noch nicht einmal am Leben sein müssen). Rippen und Brustkorb sollten dieser Bewegung leicht folgen können. Je weniger Widerstand wir ihm entgegensetzen, desto leichter fließt unser Atem.

Haben Sie das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen? Atmen Sie aus! Entscheidend für die Sauerstoffmenge ist nicht die Luftmenge in der Lunge, sondern der Gasaustausch – die Zufuhr neuer, sauerstoffreicher Luft. Der Versuch, Luft in eine bereits gefüllte Lunge zu ziehen, ist vergleichbar mit der Anstrengung, die es kostet, einen bereits gefüllten Luftballon weiter aufzublasen.

– Atmen ist Rückenschule

Unsere Atmung beeinflusst Haltung und Form der Wirbelsäule. Jeder Wirbel der Brustwirbelsäule ist mit vier kleinen Gelenken mit jeweils zwei Rippen verbunden: die Form des Brustkorbes wird unmittelbar durch unseren Atem beeinflusst. Spannungen in der Brustwirbelsäule übertragen sich auf Lenden- und Halswirbelsäule. Darüber hinaus ist das Zwerchfell direkt an der Wirbelsäule befestigt. Eine „falsche“ Atmung kann zu Rückenschmerzen, Anspannungen in der Muskulatur der Lenden- und Bauchmuskulatur und Schmerzen bis hinunter in die Hüfte- und Iliosakralgelenke führen.

– Atmung steht in unmittelbarem Zusammenhang zum Herz-Kreislaufsystem und einem ausgeglichenen Blutdruck

– Atmen macht schlank (siehe auch: Citratzyklus, Atmungskette, Fettabbau)

Zum Ausprobieren:

(Sie benötigen eine Yogamatte oder Decke und ca. 45 Minuten Zeit)

Ich wurde 1964 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur trainierte ich klassischen Tanz, um mich letztendlich doch für eine Schauspielausbildung zu entscheiden. Während meines Studiums verlagerte sich mein Interessensschwerpunkt auf Sprache und Schreiben. Etliche Veröffentlichungen folgten. Weitere Erfahrungen sammelte ich als Unternehmerin und Mutter. Durch chronische Schmerzen nach einer Verletzung war ich gezwungen, mich verstärkt mit mir und meinem Körper auseinanderzusetzen, und fand 1999 in der Feldenkrais-Methode die hilfreichste und effektivste Möglichkeit, meine Situation zu verbessern. 2006 entschloss ich mich, aus dem Unternehmen auszusteigen und mich ganz auf die Feldenkrais-Arbeit zu konzentrieren. Nach der Prüfung zur Heilpraktikerin nahm und nehme ich an diversen Weiterbildungen zu spezifischen Aspekten der Feldenkraisarbeit teil. Ich lebe mit meinem Mann und zwei Kindern in Berlin.

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